{"id":13715,"date":"2021-01-31T05:23:54","date_gmt":"2021-01-31T04:23:54","guid":{"rendered":"https:\/\/mwehle.eu\/wp\/?p=13715"},"modified":"2021-01-31T05:51:11","modified_gmt":"2021-01-31T04:51:11","slug":"auf-dem-absteigenden-ast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wehle.ee\/wp\/?p=13715","title":{"rendered":"Auf dem absteigenden Ast"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/kann-biden-den-niedergang-amerikas-aufhalten-17171797.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klaus-Dieter Frankenberger, FAZ<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>In Europa haben viele zwar den Wahlsieg Bidens und damit den Abgang Trumps erleichtert, wenn nicht begeistert aufgenommen. Doch das \u00e4ndert nichts an der Skepsis, mit der die Zukunft der Vereinigten Staaten betrachtet wird. In einer Umfrage des European Council on Foreign Relations bezweifelten Mehrheiten in den elf L\u00e4ndern, die an der Befragung teilnahmen, dass Biden die inneren Zerw\u00fcrfnisse Amerikas in den Griff bekommen werde.<\/p>\n<p>Mehr noch: Sie glauben nicht, dass unter dem neuen Pr\u00e4sidenten der Niedergang des Landes auf der weltpolitischen B\u00fchne aufgehalten werden k\u00f6nne. Die Auftraggeber der Umfrage fassten deren Ergebnisse salopp so zusammen: Europ\u00e4er sehen die Vereinigten Staaten auf dem absteigenden Ast und erwarten auch keinen Wiederaufstieg unter Biden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u2026<\/p>\n<p>In Deutschland \u00e4u\u00dferten <span class=\"\" style=\"white-space: nowrap;\">55 Prozent<\/span> der Befragten die Auffassung, China werde binnen eines Jahrzehnts st\u00e4rker sein als Amerika; in Spanien sind 79 und in Italien <span class=\"\" style=\"white-space: nowrap;\">72 Prozent<\/span> der Befragten dieser Ansicht. Die rasche wirtschaftliche Erholung Chinas im <span class=\"\" style=\"white-space: nowrap;\">Corona-Jahr 2020<\/span> l\u00e4sst diese Ansicht nicht unplausibel erscheinen.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Die Einsch\u00e4tzung, wie dynamisch sich Machtpotentiale entwickeln, hat eminent folgenreiche politische Nebenwirkungen: Die Ambivalenz gegen Amerika ist sp\u00fcrbar, vielleicht sogar dramatisch gewachsen. Sollte es zu einem Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China (oder Russland) kommen, dann ist mindestens die H\u00e4lfte der W\u00e4hler daf\u00fcr, eine neutrale Haltung einzunehmen; in Deutschland sind zwei Drittel dieser Ansicht, ob die nun vern\u00fcnftig oder allianzpolitisch bedenklich ist von wegen Neutralit\u00e4t in einem Konflikt mit einer kommunistischen Diktatur.<\/p>\n<p class=\"atc-TextParagraph\">Jedenfalls dr\u00fcckt sich darin der enorme Verlust des Vertrauens in die Vereinigten Staaten aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u2026<\/p>\n<p>War China vor nicht allzu langer Zeit weitgehend unter dem Gesichtspunkt wirtschaftliche Attraktivit\u00e4t und Gr\u00f6\u00dfe des Marktes betrachtet worden, so wird es heute mehr und mehr als systemischer Rivale angesehen: geopolitisch, wirtschaftlich, technologisch, nat\u00fcrlich ordnungspolitisch, im indopazifischen Raum auch milit\u00e4risch. Chinas \u201esoft power\u201c ist, anders als seine Claqueure behaupten, gering.<\/p>\n<p>Es ist das Kennzeichen dieses Rivalen, dass er, \u00e4hnlich wie Russland, mehr ist als nur das: Er ist auch Partner, er ist Konkurrent, er ist Gegner. Diese Mischung erfordert eine kluge, differenzierte und abgestimmte Politik \u2013 von europ\u00e4ischer Seite abgestimmt mit der amerikanischen Regierung und umgekehrt. Deshalb ist der transatlantische Schulterschluss, den sich der deutsche Au\u00dfenminister Maas f\u00fcr die China-Politik w\u00fcnscht, vern\u00fcnftig. Aber dann m\u00fcssen Alleing\u00e4nge der einen Seite \u2013 Handelspolitik mit dem Holzhammer \u2013 und der anderen \u2013 Investitionsabkommen auf Spalterart \u2013 auch unterlassen werden.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klaus-Dieter Frankenberger, FAZ: In Europa haben viele zwar den Wahlsieg Bidens und damit den Abgang Trumps erleichtert, wenn nicht begeistert aufgenommen. 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